Was ist eigentlich ein Trauma


Ein Trauma ist ein Geschehen, das von außen auf dich einwirkt und bei dem bisherige Bewältigungsstrategien, hauptsächlich Flucht oder Kampf, versagen. Zumeist ist dies verbunden mit dem Gefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein. Alle Gefühle werden dabei abgeschaltet, es stellt sich ein Zustand des Eingefrorenseins ein, oft verbunden mit dem Gefühl, neben sich zu stehen oder als würde es gar nicht passieren, als wäre es ein Film und du der Zuschauer. Der Körper ist wie betäubt, empfindungslos. Dies sind alles Reaktionen, die allein dem Überleben während und nach einem Trauma dienen, ebenso wie die sich oft später einstellenden Symptome. Einige Menschen berichteten später, „ich stieg in den Himmel und schaute von oben zu“ oder „es war wie im Kino“ oder auch „ich war überhaupt nicht die, der das passierte, es geschah jemand anderem“. Ein wesentliches Merkmal von Trauma ist Überwältigung. Vor allem von Emotionen.

 

Es ist sehr belastend immer wieder alte Gefühle zu haben.

 

Bindungserfahrungen und emotionale Verletzungen aus der Kindheit hinterlassen Spuren in unserem Nervensystem, die sich ein Leben lang auswirken können. Sie zeigen sich besonders deutlich in unseren Beziehungen: Einsamkeit, Beziehungsprobleme, Bindungsängste oder toxische Partnerschaften sind oft die Folgen dieser Traumata. Besonders die frühen Erfahrungen wirken sich auf unser Leben aus. So haben viele scheinbar unlösbaren Probleme ihren Ursprung in Prägungen aus der Kindheit. Die Dynamik von Trauma zu verstehen ist ein Schlüssel zu mehr innerem Frieden und zum Lösen vieler Probleme.

Seelische Verletzungen müssen ebenso sorgfältig wie körperliche Wunden behandelt werden. Physische Gewalt jeder Art, Unfälle oder der Verlust eines Angehörigen sind für unsere Seele nicht leicht zu verkraften und wirken meist traumatisierend. Es ist wichtig zu verstehehen, das seelische Verletzungen versorgt werden müssen und dass es nicht genügt, sie zur Kenntnis zu nehmen oder noch schlimmer, sie zu übersehen. Denn jeder traumatisierte Mensch, der nicht angemessen versorgt wird, kann direkt oder später vielfältige Symptome entwickeln. Heute wissen wir ziemlich genau, wie sich frühe Schädigungen lebenslang negativ auswirken können. In meiner Arbeit kombiniere ich mein Erfahrungswissen mit den tiefgreifenden Möglichkeiten der Gestalttherapie sowie denen der Imagination und der sanften Körperarbeit. Bei der Traumabearbeitung geht es nicht darum, noch mal freiwillig in die alte Hölle zu springen und all die damaligen schlimmen Gefühle neu zu durchleben, das ist nicht notwendig. Es genügt, all das aus einer gewissen sicheren Entfernung heraus, zu betrachten.


Heilung heißt übrigens nicht, dass es nicht mehr weh tut. Heilung bedeutet, dass die Erinnerungen nicht mehr überfluten, dass du an das traumatische Ereignis denken kannst, ohne weggeschwemmt zu werden und dich in alten Gefühlen verlierst. In der Trauma-Arbeit geht es vielmehr darum, eigene Ressourcen, Kraftquellen und Möglichkeiten zu finden und zur Heilung einzusetzen. 

 

Trauma ist wohl die am meisten geleugnete, ingnorierte, verharmloste, bestrittende, missverstandene und unbehandelte Ursache für menschliches Leiden. ~ Peter Levine




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