Was ist eigentlich ein Trauma?

 

Ein Trauma ist ein Geschehen, das von außen auf den Menschen einwirkt und bei dem bisherige Bewältigungsstrategien, hauptsächlich Flucht oder Kampf, versagen. Zumeist ist dies verbunden mit dem Gefühl von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Ausgeliefertsein. Alle Gefühle werden dabei abgeschaltet, es stellt sich ein Zustand des Eingefrorenseins ein, oft verbunden mit dem Gefühl, neben sich zu stehen oder als würde es gar nicht passieren, als wäre es ein Film und der Betroffene der Zuschauer. Der Körper ist wie betäubt, empfindungslos.

Dies sind alles Reaktionen, die allein dem Überleben während und nach einem Trauma dienen, ebenso wie die sich oft später einstellenden Symptome. Einige Menschen berichteten später, „ich stieg in den Himmel und schaute von oben zu“ oder „es war wie im Kino“ oder auch „ich war überhaupt nicht die, der das passierte, es geschah jemand anderem“.

Seelische Verletzungen müssen ebenso sorgfältig wie körperliche Wunden behandelt werden. Insbesondere bei Kindern ist das wichtig. Physische Gewalt jeder Art, Unfälle oder der Verlust eines Angehörigen sind für unsere Seele nicht leicht zu verkraften und wirken meist traumatisierend. Es ist wichtig zu verstehehen, das seelische Verletzungen versorgt werden müssen und dass es nicht genügt, sie zur Kenntnis zu nehmen oder noch schlimmer, sie zu übersehen. Denn jeder traumatisierte Mensch, der nicht angemessen versorgt wird, kann direkt oder später vielfältige Symptome entwickeln. Heute wissen wir ziemlich genau, wie sich frühe Schädigungen lebenslang negativ auswirken können. In meiner Arbeit kombiniere ich mein Erfahrungswissen mit den tiefgreifenden Möglichkeiten der Gestalttherapie sowie denen der Imagination und der sanften Körperarbeit und Kreativtherapie.
Bei der Traumabearbeitung geht es nicht darum, noch mal freiwillig in die alte Hölle zu springen und all die damaligen schlimmen Gefühle neu zu durchleben, das ist nicht notwendig. Es genügt, all das aus einer gewissen sicheren Entfernung heraus, zu betrachten.
Heilung heißt übrigens nicht, dass es nicht mehr weh tut. Heilung bedeutet, dass die Erinnerungen nicht mehr überfluten, dass der betroffene Mensch an das traumatische Ereignis denken kann, ohne weggeschwemmt zu werden und sich in alten Gefühlen zu verlieren. In der Trauma-Arbeit geht es vielmehr darum, eigene Ressourcen, Kraftquellen und Möglichkeiten, zu finden und zur Heilung einzusetzen. Es geht darum, wieder handlungsfähig zu werden, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.

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